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Itaewon Class

ATTENTION Spoilers!

Itaewon Class

"Ich möchte ein Leben führen, in dem ich meine eigenen Entscheidungen treffe und nicht für meine Prinzipien bezahlen muss.“
-Park Sae-ro-yi

My review:

Story:
Ein Ex-Häftling, ein Traum, eine Bar – Itaewon Class beginnt wie ein typisches Underdog-Drama, entpuppt sich aber schnell als komplexe Geschichte über Rache, Gerechtigkeit und Selbstverwirklichung.
Die Serie punktet mit einer starken Grundidee: Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten kommen zusammen, um in Itaewon einen Neuanfang zu wagen – allen gesellschaftlichen Widerständen zum Trotz.
Doch so mitreißend das Konzept auch ist, einige Szenen ziehen sich unnötig in die Länge, was das Pacing gerade in der zweiten Hälfte ausbremst.

Charaktere:
Park Sae-ro-yi ist eine faszinierende Hauptfigur – stur, moralisch und unerschütterlich. Seine Entwicklung ist glaubwürdig, auch wenn sein stoischer Ausdruck manchmal schwer greifbar wirkt.
Jo Yi-seo bringt frischen Wind in die Serie: ihre impulsive Art, ihr Mut, aber auch ihre toxischen Züge machen sie zur unvorhersehbaren Figur. Gerade ihre emotionale Entwicklung bleibt stellenweise unerklärt, obwohl sie viel weint und viel fühlt.
Auch Geun-soos Entwicklung bleibt im Gedächtnis – vom stillen, loyalen Jungen zum innerlich zerrissenen Gegenspieler, der nicht aus Bosheit handelt, sondern aus dem schmerzhaften Wunsch, endlich gesehen zu werden.
Die Nebenfiguren wie Ma Hyun-yi oder Kim Tony sind wichtig für die Diversität der Serie.


Emotionen:
Die Serie will tief berühren – und schafft das stellenweise auch. Einige Szenen gehen wirklich unter die Haut.
Dennoch: Es wird viel geweint, viel geschrien – aber nicht jede dieser emotionalen Explosionen hat die Tiefe, die sie verdient hätte. Manche Konflikte bleiben seltsam unfertig oder verlieren sich im Tempo der Handlung.
Man spürt, dass Itaewon Class etwas sagen will – aber nicht immer gelingt es, diesen emotionalen Knoten ganz zu lösen.

Ende:
Das Finale bringt die Geschichte zu einem versöhnlichen Abschluss – wenn auch mit einem gewissen "K-Drama-Lehrbuch"-Gefühl.
Die letzten Folgen wirken etwas gedrängt, aber das Ziel wird erreicht: Gerechtigkeit. Erfolg. Liebe.
Für mich war es ein Abschluss, der okay war – nicht spektakulär, aber in sich stimmig.

Gesellschaftskritik:
Hier glänzt Itaewon Class besonders: Die Serie spricht mutig über Klassismus, Diskriminierung, Transidentität, Rassismus und Korruption in südkoreanischen Unternehmen.
Dass ein K-Drama so viele gesellschaftliche Themen aufgreift und dabei so diverse Charaktere ins Zentrum stellt, ist bemerkenswert.
Und gerade deshalb bleibt die Serie relevant – auch wenn sie dramaturgisch nicht immer rund ist.


Fazit:
Itaewon Class ist ein modernes K-Drama mit starker Botschaft, diversen Figuren und einem unerschütterlichen Protagonisten.
Es ist nicht perfekt – manche Emotionen bleiben auf der Strecke, einige Szenen wirken gestreckt.
Aber es ist sehenswert, wenn du Geschichten über Selbstverwirklichung, Auflehnung gegen Ungerechtigkeit und zweite Chancen suchst.

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